Rex kam 1989 als Junghund von 6 Monaten zur SOS Hunde-Hilfe. Er war einer der ersten Hunde, die wir in unserer Vereinsarbeit betreuten. Im Dezember 1989 wurde er zu einer jungen Frau vermittelt. Ein paar Tage später entwischte er ihr aus der Haustür und verschwand spurlos. Es begann lang andauernde intensive Suche nach dem Hund über Suchplakate, Radio, Anzeigen in Zeitungen und Tierzeitschriften. Niemand hatte Rex gesehen. Nach 12 Monaten gaben wir auf. Rex war und blieb verschwunden.

Am 24.11.1993, fast vier Jahre nach seinem Verschwinden bekamen wir einen Anruf aus der Tiersammelstelle in Berlin. Rex war wieder da. Sehr gepflegt, inzwischen kastriert. Wieder suchten wir... diesmal die Leute, bei denen Rex die letzten Jahre verbracht hatte. Und wieder blieb unsere Suche ergebnislos.

So wurde Rex wieder vermittelt und diesmal hatte nicht nur Rex Glück. In den nächsten 10 Jahren hatte Rex eine Aufgabe. In einem großen Pflegeheim ging er mit seinem Herrchen täglich "zur Arbeit", um dort Menschen zu begrüßen, Besuchern entgegen zu laufen, sich Sorgen anzuhören, sich streicheln zu lassen - einfach da zu sein oder als Gesprächsthema zu dienen. Diesen Dienst konnte er fast bis zu seinem 14. Lebensjahr durchführen. Am 20.6.2003 ist er dann eingeschlafen. Rex war ein Retriever-Mix mit ca. 25 kg Gewicht, ein neugieriger, aufgeschlossener, freundlicher, netter Hund.

Wie er die Jahre zwischen 1989 und 1993 verbracht hat, können wir nur mutmaßen. Sein Herrchen schreibt:
"Wahrscheinlich hat er mit einem obdachlosen Menschen gelebt, denn Rex liebte fortan Lagerfeuer. Aber auch gegenüber bestimmten Menschentypen - lange Mäntel, große Hüte - war er argwöhnisch eingestellt und biss ihnen in die Füße.
Wir sind sehr dankbar, dass wir ihn hier haben konnten. Tagsüber ging er arbeiten, zum Abend nahm ich ihn mit nach Hause, wo er bei großer
Familie, Haus und Garten zur Familie gehörte. Insgesamt ein arbeitsreiches, aber schönes Leben."