SOS Hunde-Hilfe e.V.  SOS Hunde-Hilfe e.V.    SOS Hunde-Hilfe e.V.    SOS Hunde-Hilfe e.V.    SOS Hunde-Hilfe e.V.

                                            

Spandauer Volksblatt, 29.01.1993 (von Rainer W. During)

Wer sichert die Zukunft des Terrier-Mischlings „Rowdy“? 

Was soll nur aus „Rowdy“ werden? Seit seiner Geburt vor anderthalb Jahren hat der süße Terrier-Mischlingsrüde ein schweres Schicksal, wird ständig hin- und hergeschoben. Jetzt hat ihn die SOS-Hundehilfe unter die Fittiche genommen. Doch auch ihr ist es bisher nicht gelungen, das unruhige Leben des lebhaften Tieres in geordnete Bahnen zu lenken.

Genau läßt sich das Schicksal von „Rowdy“ nicht mehr zurückverfolgen, berichtet Ilona Zajc. Die engagierte Spandauerin ist Vorsitzende der SOS-Hundehilfe. Fest steht nur, daß der Hund in verschiedenen Tierheimen aufwuchs, bis ihn eine junge Frau zu sich nahm. Doch mit dem Temperament des Rüden hatte sie nicht gerechnet. Für die Haltung in einer Mietwohnung ist Rowdy nicht geeignet, er springt auf Tische und andere Möbelstücke und vernichtet auch schnell mal ein Sofakissen.

So landete „Rowdy“ im letzten November in der Obhut der SOS-Hundehilfe, die den kastrierten Rüden nacheinander in drei verschiedenen Pflegestellen unterbrachte. Doch alle Gastherrchen und –frauchen warfen nach wenigen Tagen entnervt das Handtuch. Denn mit seinem Temperament ist der Vierbeiner kaum zu bändigen.

Ein ideales Quartier hat „Rowdy“ jetzt in der Hundepension von Inga Snelsire an der Staakener Straße gefunden, mit einem großen „Zimmer“, alten Möbeln und umzäunten Freigelände zum Auslauf. Hier ist der Terrier-Mischling ständig auf Achse. „Rowdy“ allerdings bringt die SOS-Hundehilfe an die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten. Der gemeinnützige Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, und so reißen die 16,00 DM, die täglich für Kost und Logis bezahlt werden müssen, ein großes Loch in die Kasse.

Bei der Übernahme in eine Dauerpflegestelle würde Inga Snelsire „Rowdy“ einen Sonderpreis von 300,00 DM pro Monat gewähren. Doch auch die sind aus Vereinsmitteln nicht aufzubringen. Deshalb hofft Ilona Zajc auf einen tierlieben Spandauer, vielleicht jemanden, der selbst aus irgendwelchen Gründen keinen Hund halten kann, aber als Spender die Pensionskosten übernimmt. Auch eine Firma könnte die Patenschaft für „Rowdy“ übernehmen.

Hoffnung auf ein neues privates Zuhause für den Rüden hat Ilona Zajc kaum noch. „Es müßte ein kinderloses Ehepaar mit viel Zeit zu Spaziergängen sein“, sagt die Vorsitzende. Den „Rowdy“ ist zwar ein friedlicher und liebenswerter Zeitgenosse, doch würden Kinder, die ständig mit ihm spielen wollen, sein übergroßes Temperament noch mehr in Schwung bringen. Ein großes Grundstück mit einem hohen Zaun wäre weiterhin Voraussetzung.

Wer „Rowdy“ helfen möchte, kann sich unter einer der folgenden Rufnummern bei der SOS-Hundehilfe melden: 375 20 96, 362 28 33 oder 491 73 90.

In den vier Jahren ihres Bestehens hat die SOS-Hundehilfe bereits über 600 Vierbeinern ein neues Zuhause verschafft. Aufgabe des Vereins ist es, herrenlose, unerwünschte und mißhandelte Vierbeiner aufzunehmen, tierärztlich betreuen zu lassen und in private Pflegestellen unterzubringen, bis ihnen ein gutes, endgültiges Heim bei tierlieben Menschen vermittelt werden kann.

Aus diesem Grund werden auch ständig geeignete Pflegestellen in Familien gesucht. Spenden sind stets willkommen (Konto Nr. 810012987 bei der Berliner Sparkasse, BLZ 10050000). Das SPANDAUER VOLKSBLATT wird in Zusammenarbeit mit der SOS-Hundehilfe weitere Spandauer Tierschicksale vorstellen.