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Lichtenrader Anzeiger, 07/99 (von tei)
„Jetzt in der Urlaubszeit sind
es wieder ganz besonders viele“
Die „SOS Hunde-Hilfe“ in Lichtenrade ist seit
über zehn Jahren aktiv
Lichtenrade
Seit über zehn Jahren – die Gründung war am12.
Mai 1989 – macht sich der Verein „SOS Hunde-Hilfe“ um das Wohl
des ältesten Haustiers des Menschen verdient. Aktiv wird er immer
dann, wenn Herrchen oder Frauchen nicht mehr können.
„Viele
Hunde, die wir in unsere Obhut nehmen, haben schon mehrfach den
Besitzer gewechselt, wurden mißhandelt, ausgesetzt, die Besitzer
sind verstorben oder schwer erkrankt. Gerade jetzt in der Sommerzeit
finden wir wieder besonders viele herrenlose Tiere ohne jedes
Erkennungszeichen, die irgendwo angebunden wurden oder hilflos
umherirren. Viele befinden sich auch in einem schlechten Zustand.
Einige sind sogar krank“, so die zweite Vorsitzende des Vereins
Kerstin Schurr. Der unverschuldet in Not geratene Vierbeiner wird in
einem solchen Fall von der „SOS Hunde-Hilfe“ an eine vorläufige
private Pflegestelle vermittelt, erhält tierärztliche Betreuung,
wird geimpft und mit Mikrochip oder Tätowierung versehen. Und das
passiert im Durchschnitt etwa 100 mal im Jahr.
Die Mitglieder kennen die Eigenarten jedes Hundes
Danach
beginnt das eigentlich Spannende, die Suche eines endgültigen
Zuhauses. „Der große Vorteil an den Pflegestellen ist natürlich,
daß die individuellen Eigenarten eines jeden Hundes erkannt und
entsprechende Informationen an den Interessenten weitergegeben
werden können und dieser das Verhalten des Hundes auch selbst
beobachten kann“, wuchert die zweite Vorsitzende mit dem Pfund,
das der Verein den neuen Hundehaltern bieten kann. Von diesen
allerdings, die sich mit einem Personaldokument ausweisen müssen,
erwartet der Verein, das Tier jederzeit besuchen zu können, um sich
von dessen Wohlbefinden zu überzeugen und eine Übereignungsgebühr
für die Entschädigung der entstandenen Kosten.
Der
Verein, dem gegenwärtig etwa 130 ausschließlich ehrenamtliche
Mitglieder angehören, ist auf Spenden, sei es in Form von Futter,
Zubehör oder Geld, angewiesen. Auch über Dinge, die der Verein auf
Flohmärkten vertrödeln kann, freut sich dieser immer. Einzige
weitere Einnahmequelle sind die Mitgliedsbeiträge. „Der Verein
verwendet kein Geld für Büroräume. Seine Mitglieder erledigen die
Tierschutzarbeit vom eigenen Telefon aus und fahren mit dem eigenen
Pkw“, plaudert Kerstin Schurr aus der Praxis. Um so größer war
die Freude bei den Hundehelfern als kürzlich die Filiale von „Rex
Tierfreund“ auf dem Lichtenrader Damm eine größere Menge
Hundefutters spendierte.
Wer
Kontakt zur „SOS Hunde-Hilfe“ sucht, findet diesen unter
Tel:
745 43 75 bei Petra Kumbier, die allerdings bis Ende des Monats im
wohlverdienten Urlaub ist, und unter Tel: 312 16 23 bei Rita Alm,
wenn es sich um eine Pflegestelle, sowie unter Tel:
361 65 86 bei Anke Luckfiel, wenn es sich um die Vermittlung
eines derzeit in Pflege befindlichen Hundes handelt. Für anonyme
Spender gibt es das Konto Nummer 8100 12 987 bei der Berliner
Sparkasse (Bankleitzahl 100 500 009).
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