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BZ, Donnerstag 13. Januar 2000 (von Sinan Akyol & Torsten Hasse)

Ich bin die glückliche Dobermama, die getötet werden sollte

Berlin

Schauen Sie sich diese stolze Mutter mit ihren zwölf süßen Welpen an. Sie sind gerade mal 30 Stunden auf unserer Welt. Doch beinahe hätte es dieses junge Familienglück nicht gegeben. Die 13 Monate alte Hündin „Schnecke“ sollte von ihrem Besitzer aufgehängt werden – mit dem Baby-Welpen im Bauch.

Vergangene Woche, ein winziges Dorf bei Lübbenau im Spreewald. Das Schicksal des hoch trächtigen Mischlings hängt an einem hauchdünnen Faden: Ihr Besitzer will das Tier eigenhändig umbringen. Weil es ihm mit der zu erwartenden Nachwuchsschar zu „teuer“ und zu „lästig“ zu werden drohte.

Die glückliche Rettung kommt in Gestalt eines Nachbarn mit Herz. Er beobachtet fassungslos wie die Hündin angekettet an einem Baummast im Garten hängt. „Schnecke“ röchelt, kurz vor dem Ersticken. Er kann nicht länger zusehen, befreit das Tier aus seinem Todeskampf und alarmiert die „SOS Hunde-Hilfe Berlin-Brandenburg“. Gegen den brutalen Hundequäler wird Anzeige erstattet.

Sprecherin Ilona Zajc: „Wir konnten die Hündin vor dem grausamen Besitzer in Sicherheit bringen, brachten das Tier zu einem unserer Mitglieder nach Berlin.“

Jetzt hat „Schnecke“ bei Eva Künzel in Karow ein neues, sicheres Zuhause gefunden. Sie hat schon einen Hund und ist stolze Mutter von Baby Florian, acht Monate alt. Wenn die Welpen aus dem gröbsten raus sind, will Eva Künzel ihnen ein neues Heim suchen. Eine Frau mit Mut und Herz.