|
Berliner
Morgenpost, 12.02.00 (Dirk von Nayhauß)
Zwölf kleine
Mischlinge auf einen Schlag
Scully und ihre elf
Geschwister haben ein Riesenglück gehabt: Wenn ihre Mutter kein
neues Heim gefunden hätte, dann wären sie allesamt tot. Noch vor
wenigen Wochen lebte Mama Schnecke auf einem Hof in Brandenburg,
angebunden an einer schweren Kette. Die wurde trächtig, der Bauch
wuchs und wuchs und wuchs...
Bald war klar: Es gibt
reichlich Nachwuchs. Dem früheren Herrchen wäre das zu viel
gewesen. Er wollte sie totschlagen.
Doch ein Nachbar verständigte
den gemeinnützigen Verein SOS Hunde-Hilfe, und so kam Schnecke drei
Tage vor der Niederkunft zur Familie Künzel. „Mit acht bis zehn
Welpen habe ich gerechnet sagt der 34jährige Jens-Uwe Künzel
doch es wurden zwölf.
Allein würde es Mama Schnecke
nicht schaffen. So muss dreimal täglich per Fläschchen zugefüttert
werden. Da die Kleinen wie Menschenbabies jedesmal gewogen werden,
dauert ein Durchgang knapp zwei Stunden. „Das ist zwar
stressig“, sagt Jens-Uwe Künzels Ehefrau Eva, „aber wir freuen
uns, die Tiere pflegen und ihnen beim Aufwachsen zu helfen.“
Anfang März werden alle zwölf
Welpen und ihre Mama das „Übergangsheim“ in Karow verlassen.
Noch suchen sie ein neues Zuhause. Wer Interesse an einem der
kleinen Mischlinge hat (Schnecke ist ein Setter-Mix, Papa
unbekannt), der kann sich an Rita Alm von der SOS Hunde-Hilfe wenden
(Tel: 312 16 23). Für die bisher angefallenen Arzt- und
Futterkosten werden rund 300,00 DM berechnet. Dabei gewährt die SOS
Hunde-Hilfe einen besonderen Service: Sollte sich herausstellen,
dass Hund und Herrchen doch nicht zusammenpassen, kann man das Tier
notfalls auch wieder zurückgeben. Schließlich steht das Wohl der
kleinen Hunden im Vordergrund.
Spendenkonto der SOS
Hunde-Hilfe: Berliner Sparkasse, Kontonummer: 810012987, BLZ 100 500
00
|