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Berliner Kurier, 15.10.1996  

S.O.S – der Hilfsverein für ausgesetzte Hunde

Neufundländer-Welpe Lilli (7 Wochen) streckt alle viere von sich. Swip und Nina dagegen tapsen durch das Wohnzimmer von Anja Stiller: „Die Welpen sind sehr neugierig“, sagt die 33jährige.

Sie ist Mitglied beim Berliner Verein S.O.S. Hundehilfe (Info: 434 60 53/Verm. 45199427)

Der Berliner Verein ist einzigartig in Deutschlang: 20 Pflegefamilien kümmern sich um ausgesetzte Tiere, bis sie ein neues Zuhause finden. Der Verein finanziert sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Davon werden Arztkosten, Impfungen und Futter bezahlt.

Ob Rassehund oder Mischling – jeder kostet 250,00 DM.

„Wir suchen die Besitzer sorgfältig aus und machen auch später noch Kontrollbesuche“, sagt Anja Stiller.

Manchmal hat aber eine Pflegefamilie ihr Findelkind so sehr ins Herz geschlossen, daß sie ihn für immer selbst aufnehmen.

„Das könnte mir auch passieren“, sagt Karola Ilic (43) und streicht liebevoll durch das Fell von Sally. Die 10 Monate alte Dobermann-Mix-Hündin lebt seit fünf Wochen bei ihr. Ein Spaziergänger fand sie an einen Baum gebunden. „Sie war völlig verängstigt.“

Sally ist schon der fünfte Hund, um den sich die Frührentnerin kümmert. Dafür braucht man viel Liebe und Zeit. Anja Stiller verzichtet für ihre Welpen sogar auf den geplanten Italien-Urlaub. Statt dessen fütterte sie ihre drei Pflegewelpen alle zwei Stunden mit der Flasche.