"Da redet ihr von Weihnachtsstress?" oder "Mein Weihnachtscocker" Mein 23. Dezember verlief richtig schön ruhig: große Waldrunde, Pläuschchen hier, Käffchen da, zwei Welpenbesuche: ein Borderterrierbaby (sooooo süüüüüß) und ein Wheatenbaby (sooooo süüüüüß). Der Tag war fast zu Ende, gemütlich nen Cappuccino, den Fernseher an, dat Ilsken auf dem Schoß, dat Willi auf der Couch neben mir, den Computer an und die Forenarbeit. Also der übliche harte Sonntagabendfaulundgemütlichseinstress! 19.15uhr: das Telefon klingelte, Ilsken war "not amused", da ich mich doch etwas bewegen musste, um ans Telefon zu kommen. Bis dahin war es der harte Sontagabendfaulundgemütlichseinstress... Der Anruf beendete das Entspannungsfeeling sehr schnell. Die Rita am Tel: "Ähm, könntest du nen Pflegehund übernehmen? Ein Cocker, er wird gerade aus schlechter Haltung bei einem Alki rausgeholt. Hat wohl, mit Zweithund, schon lange Zeit auf einem Grundstück gelebt und beide Hunde wurden ab und zu von den Nachbarn versorgt. Essbares wurde über den Zaun geworfen. Er ist ziemlich verwahrlost..." "Na gut, wenn er sich mit Willi verträgt, kann er einziehen, ansonsten !?...müssen wir weitersehen. Treff im Hundesalon, ich will keinen stinkenden Flohzirkus in meiner Wohnung." Hunde in die Senkrechte, Fernseher aus, Pezeh runterfahren und auf dem heiligen Sonntagabend in den Hundesalon. Um kurz nach acht kam der Hund in den Salon. Ein roter Cocker: Sehr aromatisch, sehr sehr sehr dünn, Tennisbälle an den Ohren, Filzis an den Beinen, Gottseidank ein Coker mit relativ wenig Haaren (kein Witz), dafür aber mit unglaublich dichtem Fell (Freilandhaltung zieht Wolle). Und unglaublich nett und freundlich. Das führte zu dem Entschluss ihn Cockerlike zurecht zu machen und nicht einfach runter zu mähen. So was erhöht die Vermittlungschancen ungemein.
Seine Futterportion fraß er nach anfänglichem Zögern in atemberaubender Geschwindigkeit und fiel postwendend in den Tiefschlaf. Am nächsten Morgen rief ich bei meiner ehemaligen Kundin an (ihr letzter Cocker, ein sehr, sehr schwieriger Hund, starb im Nov.). Ich ihr schilderte kurz die Sachlage. Kurz und knapp kam die Antwort: Ja, kann ich ihn dann morgen mal sehen? Mein Sohn muss aber um 16 Uhr zur Arbeit! "Natürlich!" Um 17 Uhr war ich ja nur eingeladen, da meldete ich meine Verspätung, so rein prophylaktisch, schon mal an. Um 15.30 Uhr war ich mit Cocker bei den potentiellen neuen Besitzern. Dieser Kleine Mann war der Familie gegenüber unglaublich fröhlich, schmusig und aufgeschlossen. Die >Kinder< waren begeistert und erklärten, dass ein neuer Cocker für Mutter schon in Planung sei, aber dieser hier das Beste sei, was ihr passieren kann. Meine alte/neue Kundin hatte Sternchen in den Augen. Ja und um 16.30 Uhr war der Pflegevertrag unterschrieben. Der Cocker heißt jetzt Willy, mit Ypsilon, ganz wichtig. Ach so, der Sohn kam zu spät zur Arbeit... ...und mein Heiliger Abend konnte jetzt beginnen. Das war mein Weihnachtsstress. Angela Unger 03.12.07
|