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Eigentlich bin ich ein ganz armer Hund, der irgendwo angebunden wurde. Deshalb habe ich viel Nachholbedarf an Liebe und müsste eigentlich SCHMUSER heißen, sagt mein Pflegefrauchen! Nur schwarze Jacken mag ich nicht. Ich glaube so etwas hatte der an, der mich an den Zaun gebunden hat!

....Und jetzt erzähle ich euch, was ich so den ganzen Tag mache:

Um acht Uhr muss ich runter und flitze sofort zum ersten Laternenpfahl und dann in die nächste Straße, um meine Geschäfte zu erledigen.

Zu Frauchens Leidwesen gehen dort immer noch 2-4 andere Hunde spazieren und so muss ich meistens wieder an die Leine (dabei bin ich fast immer nett zu den anderen und folge auch fast gleich, wenn sie mich zurückruft). So gehen wir halt nur einmal um den Block.

Zuhause bekomme ich dann gleich eine Hundezigarette, denn Frauchen will jetzt frühstücken. Doch ich will eigentlich viel lieber schmusen. Dann liest sie auch noch die Zeitung oder stickt ein wenig, da kann ich prima auf den Schoß springen. Bei Frauchen geht dann nichts mehr und sie muss mich einfach lieb haben. Ich drücke mich ganz fest an ihren Bauch und dann muss sie mich streicheln, aah schööön!

Dann soll ich schon wieder runter, denn um 10.00 Uhr gehen wir dann richtig eine Stunde im Wald oder am See spazieren.

Das ist toll, da liegen tote Fische rum, in denen man sich wälzen kann (das hat Frauchen gar nicht

gerne - sie ist der Meinung ich rieche dann sehr unangenehm).

Dann schmeißt Frauchen immer

Stöckchen für mich, um mich abzulenken!

Vor Ostern hat sie immer große Zweige gepflückt, aber sie einfach nicht für mich geworfen. Da habe ich ihr aber gezeigt, dass ich auch springen kann, bis ich das Stöckchen habe! Wenn ich es dann erst mal hatte, bin ich schnell abseits ins Gras geflitzt, um das Grüne abzukauen und das Stöckchen auf die richtige Länge zu beißen, damit ich es besser tragen kann.

Ich rieche immer noch so gut nach Fisch, haaaa ! Jetzt hat sie einen neuen Stock und schmeißt ihn ganz weit in den See, damit ich ordentlich bade. Brrrr...ist das nass!

Dann sause ich noch ein bisschen durch den Sand zum Panieren.

Manchmal fahren wir auch mit der Straßenbahn in den Wald und laufen dann zurück. Da kann ich mich herrlich im Laub wälzen. Frauchen findet nämlich, dass im Wald nicht so viele Mücken sind wie am See (aber dafür sind dort Zecken, die Frauchen mir dann immer rausreißt und mit der Zecke gleich ein ganzes Büschel Haare).

Zuhause gibt es dann Mittagessen und es riecht sooo lecker, aber ich soll die ollen trocknen Klünker fressen und die mag ich gar nicht! Am 2. Tag tut Frauchen dann wenigstens Soße über meine Klünker, damit ich sie runterkriege (Gott sei Dank gibt es ab und zu ein paar rohe Möhren oder Mandeln, die mag ich richtig gerne).

Nach dem Mittagessen legt sie sich auf die Couch und tut so als ob sie schläft. Da springe ich dann einfach auf Frauchens Bauch herum, lege die Vorderpfoten um ihren Hals, bis sie mit mir schmust. Nach der TV-Sendung, wo immer eine rothaarige Frau mit einem Holzhammer auf den Tisch haut, gehen wir noch mal um den Block, doch meistens hat Frauchen keine rechte Lust und so setzt sie sich wieder vor den Fernseher. Einmal ist sie auch für 5 Stunden ins Theater gegangen und hat mich alleine Zuhause gelassen! Ich war aber trotzdem lieb!

Ich versuche immer wieder Frauchen abzulenken, in dem ich knurre und stubse oder meinen halben Socken rumwerfe. Aber Frauchen krault mich immer nur ein bisschen.

Um 22 Uhr gehen wir dann endlich ins Bett, d.h. ich soll “Platz“ machen auf einer Decke, die scheußlich nach einem anderen Hund stinkt! Und das schlimmste ist: Frauchen will einfach nicht kapieren, dass ich auch im Bett schlafen will! Mindestens 5 mal pro Nacht scheucht sie mich aus dem Bett, bis ich es leid bin und mich in irgendeine Ecke lege, denn schließlich muss ich ja auch mal schlafen! Um 0.30 Uhr wird Frauchen meistens schon wieder unruhig und guckt blöde Sachen im TV. Und um 6.30 Uhr geht ja schon wieder das Radio an. Das ist für mich das Signal, wie ein Gummiball aufzuspringen, weil Frauchen so tut, als würde sie noch schlafen. Ich hüpfe solange auf ihr herum, bis sie mit mir schmust. Dann lege ich ganz still meinen Kopf auf ihren Arm und lasse mich kraulen. Frauchen schläft doch tatsächlich wieder ein. Gott sie Dank ist es bald 8.30 Uhr und sie steht auf und geht ins Bad. Das kann dauern im Bad!! Waschen oder duschen, stundenlang Zähne putzen und anmalen, dabei muss ich doch sooo dringend raus!

Hoffentlich fällt ihr nach dem Frühstück nicht wieder ein, dass ich gekämmt werden muss. Das liebe ich nämlich gar nicht. Ich knurre und schnappe auch mal dabei, aber das hindert sie nicht (den Friseur hat sie mir aber deswegen erspart).

Ihr seht also:

Alles in allem ist das ein feines Hundeleben hier,

Euer Lumpi (Pflegestelle Bunk)