ELFI und ihre
Babys -
und eine unvergeßliche Autofahrt
Die 11 Welpen waren drei
Wochen und ihre halbverhungerte Mutter erst 11 Monate alt, die von
einem Alkoholiker nur mit trockenen Haferflocken gefüttert wurde,
als Mitglieder von ihrem Schicksal erfuhren.
Trotz reichlichen Ärgers mit
verschiedenen Nachbarn brachten Frau Gaupner und Frau Korditzki die
Tiere in einem Hauskeller unter. Mit viel Liebe und noch mehr Arbeit
entwickelten die Welpen sich prächtig und auch Elfi, die Mutter,
wurde zusehends kräftiger. Die Mutti und sieben ihrer Welpen hatten
schone in gutes Zuhause gefunden, als Frau Matthes mit mir nach
Zehlendorf fuhr, um einen weiteren Welpen nach Spandau zu
vermitteln. Eine junge Frau kam mit uns, um sich die Welpen
anzusehen. Sie fand Gefallen an zwei Rüden und so blieb also eine
kleine Hündin übrig. Da diese nun nicht allein im Keller bleiben
konnte, gab ich meinem Herzen einen Stoß und nahm sie mit zu mir.
Die Fahrt jedoch von Zehlendorf nach Spandau werden wir so bald
nicht vergessen:
Eine Decke hatten wir und so
kam ich auf den Rücksitz, Decke auf die Knie und rechts und links
ein Hundebaby. Aber oh je - die Hunde jaulten beim Fahren, als
sollten sie verprügelt werden. Und dann passierte es! - Hund links
erledigte sein großes Geschäft. Anhalten ging nicht, also still
sitzen, damit nichts vom Häufchen verschmiert und alles schön auf
der Decke bleibt. Da würgte Hund rechts und "platsch" -
hatte er sein Frühstück auf die Decke gelegt. Unter der Decke
wurde es warm auf meinen Schenkeln, aber es kam noch besser - !
Auch Hund links erbracht sich
und Hund rechts erledigte sein großes Geschäft! Natürlich wollten
beide nicht in ihrem Schmutz sitzen und quieckten und zappelten. Ich
hatte meine Mühe, beide festzuhalten, damit die Verschmutzung in
Grenzen bleibt - und dann natürlich der Gestank! Da kann sich
keiner vorstellen, wie lang uns die Fahrt vorkam!
In Spandau wurde ein Welpe abgeliefert. Frau
Matthes hob die verschmutze Welpen heraus; die Decke kam gleich in
den Müll. Ganz sauber blieben wir alle (Frau Matthes, die Welpen
das Auto und ich) nicht. Die Hunde wurden auf dem Hof gleich
gewaschen und dann ging es nur mit einem noch weiter zu mir. Nun
hatten wir gar nichts mehr zum Darunterlegen oder Abwischen. Kurz
entschlossen zog ich meinen Pullover aus und fuhr im Hemd (hatte glücklicherweise
ja eine Jacke darüber) weiter. Bis nach Hakenfelde tat sich aber
nichts mehr, mein Pflegekind muß ja schon total leer gewesen sein.
Das hätte man filmen müssen, wie ich da im Auto gesessen habe!
Hinterher haben wie dann
gelacht.
P.S. Als wir Kitty, so heißt
die Kleine, die ich mitnahm, am nächsten Tag nach Groß Ziethen
brachten, haben wir den Rücksitz mit Plastiktüten, Decken und
Lappen ausstaffiert. Aber trotz dem reichlichen Frühstücks tat
sich an diesem Tag nichts - sie lag brav auf meinem Schoß und
schlief!
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Karin
Voigt
Info 07/90
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