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Punky
von Astrid Volodihin
Eines
kalten Tages bat mich meine Schwester (Ilona Zajc), einen Welpen
abzuholen, den eine Frau im Hinterhof gefunden hat. Nach Aussage der
Frau sollte es sich um einen Welpen handeln, dem man alle Körperhaare
abrasiert hätte.
Ich
fuhr also los, meine Tochter Anabell im Schlepptau, bepackt mit
einer Decke, um den armen Hund zu wärmen.
Er
sah wirklich mitleiderregend aus, obwohl mir sein Aussehen bekannt
vorkam. Völlig nackt, nur auf dem Köpfchen und am Schwanz einige
wenige Haare. Die Haut fühlte sich ganz rauh an, und der Hund war
ziemlich ängstlich. Durch seinen Puschel auf dem Kopf sah er aus
wie ein kleiner Punker, und somit hatte er schnell seinen Namen „Punky“
weg.
Wir
trugen ihn also, eingepackt in die Decke, zum Auto und fuhren nach
Hause. Unterwegs gab er ganz klägliche Laute von sich, so daß wir
dachten, er würde schrecklich leiden.
Zu
Hause angekommen, wurde Punky von zwei weiteren Kindern begrüßt,
was ihm sichtlich gefiel. Er war plötzlich wie verwandelt, raste
durch die Wohnung... rauf auf die Couch...runter von der Couch ...
rein ins Kinderzimmer...rauf aufs Bett... runter vom Bett... .
Besonders
angetan hatte es ihm ein Hausschuh in Form eines Tieres, den er auf
keinen Fall mehr loslassen wollte. Er tobte und kämpfte und rannte
mit diesem Schuh durch die Wohnung, und wir hatten nicht den Hauch
einer Chance, ihm dieses „Spielzeug“ wieder wegzunehmen.
Ein
Blick in mein Hundebuch bestätigte meinen Verdacht: Bei diesem
kleinen Kerl handelte es sich nicht um einen kahlgeschorenen Welpen,
sondern um einen mexikanischen Nackthund.
Punkys
Besitzer wurde schnell ermittelt. Er gehört zum Zirkus Kunterbunt
und hat wohl die Eigenart, sich ab und zu selbständig zu machen.
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