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Samstag,
der 26.07.97 - heute vielleicht mal ein ruhigerer Tag als die
letzten Tage, hoffte ich, bis das Telefon klingelte:
Meine
Freundin ist ganz aufgeregt und erzählt mir folgendes:
Auf
einer Tankstelle in Steglitz steht mindestens seit morgens um 5:00
Uhr ein Mercedes mit zwei Pittbull-Terriern in einer Ausfahrt
geparkt. Das Fenster ist nur 2 cm geöffnet. Es verspricht, ein heißer
Tag zu werden. Da es nun schon 12:00 Uhr und kein Halter des
Fahrzeugs zu sehen war, wurde die Polizei verständigt. Diese kam
auch und stellte den Halter des Autos fest. Die Polizei setzte sich
mit der Halterin telefonisch in Verbindung, aber eine Verständigung
war unmöglich. Leider verstand die Dame kein Wort deutsch. Was tun?
Die Polizei traute sich nicht, die Tür des Autos gewaltsam zu öffnen,
da die Hunde aggressiv und verstört wirkten.
Leider
wußte ich für diesen Moment auch nicht weiter, und somit wurden
das Auto samt Hunden abgeschleppt! Vorher bat ich noch meine
Freundin, der Polizei meine Rufnummer zu geben, falls diese mit den
Hunden auf der Wache auch nicht weiterkommen würden.
Nach
nur zehn Minuten klingelte das Telefon und einer der Polizeibeamten
meldete sich und bat um Hilfe. Ich versprach, zu kommen und noch
Hilfe mitzubringen, denn keiner wußte, wie „gefährlich“ die
beiden Hunde nun wirklich sind. Als ich unseren Tierarzt Dr. Schmid
erreichte und ihm von der Sache erzählte, sagte er sofort zu.
Auf
der Wache erwartete man uns schon, und die Beamten waren sehr
erleichtert, daß ich einen Tierarzt mitgebracht hatte.
In
dem Auto saßen ein weißer Rüde und eine schwarze Hündin. Die
beiden wirkten sehr verängstigt und überreizt, ließen sich aber
schnell durch den Fensterspalt mit Trockenfutter füttern und an der
Schnauze krabbeln.
Dr.
Schmid legte erst dem Rüden eine Schlaufe mit Leine um den Hals,
und dann öffnete ein Kriminalbeamter mit einem Draht die Tür. Der
Rüde trank sofort aus dem bereitgestellten Wassernapf. Die Hündin
bekamen wir anschließend mit derselben Methode aus dem Auto heraus.
Der
Rüde hatte verheilte Bißwunden am Hals, war auch sehr dünn, und
beide hatten stumpfes Fell. Sie bekamen erst einmal eine
Beruhigungsspritze und wurden dann ohne Probleme von den Beamten in
eine Zelle geführt werden, um ihren „Rausch“ auszuschlafen.
Beide
Hunde waren kein bißchen aggressiv, sondern nur total verängstigt
und nervös. Leider war der Gang in die Tiersammelstelle nicht zu
umgehen, da gegen den Besitzer des Fahrzeugs erst einmal ermittelt
wird.
Ein
großes Kompliment an das Revier, mit welchem Einsatz die Beamten
sich für die Hunde eingesetzt haben. Hat man leider nur sehr selten
bei der Polizei... |