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Die Geschichte der Suse S.

Ich wurde gebeten, weitere Episoden von unserer Suse -  der geneigte Leser kennt sie bereits - zum Besten zu geben. Nun denn - auf geht’s :

Sie ist immer noch ein ziemlicher Satansbraten und ist schon im gesamten „Kiez“ bekannt. Wir haben sie jetzt schon fast neun Monate und an den verängstigten kleinen Hund erinnert sie nur noch, wenn sie ohne unsere zwei Großen unterwegs ist. Sonst strotzt sie vor Selbstbewußtsein und besticht durch ihre permanent fröhliche Art. Wenn sie, was öfter vorkommt, Unfug angestellt hat, läßt sie die Ohren hängen und setzt ihren erbarmungswürdigsten Dackelblick auf, dem so schnell keiner widerstehen kann. So geschah es auch, als wir neulich nach Hause kamen. Dazu muß man wissen, daß wir einen wunderschönen alten Sessel besitzen, den wir kürzlich neu aufpolstern ließen. Ja genau - wir kamen ins Haus und der Schrecken nahm seinen Lauf.

Der ehemals wunderschöne Sessel hatte zwei ca. 10x10 cm große Löcher, und die Polsterung war herausgerissen. Mein Mann, der sich sowieso als Opfer einer Hundeverrückten sieht, konnte nur einen erstickten Schrei ausstoßen und war hin und hergerissen zwischen Ohnmacht und Wutanfall. Suse lag inmitten der Polstermasse und der erwähnte Dackelblick schien sagen zu wollen : „ Endlich seid ihr da, ich konnte es beim besten Willen nicht verhindern.“  Unter ihrem prüfenden Blick haben wir das ganze Füllmaterial wieder reingestopft und provisorisch zugenäht. Den Originalstoff soll es nicht mehr geben.

Voller Erfolg, Suse !

Auch eine weitere Einlage will ich nicht verschweigen. Wir waren zu Besuch bei meinen Eltern, und Suse war natürlich auch dabei. Wir saßen gemütlich auf der Terrasse, als Suse plötzlich mit vermatschten grauen Pfoten erschien. Allgemeines Unverständnis, dann ein Schrei meiner Mutter. Sie sprang auf und sauste zum Nachbarn. Dieser ließ sich zur Zeit gerade seine Terrasse bauen, und die Handwerker hatten gerade den Estrich verlegt. Dieser Unglückshund in Miniformat war durch den Zaun, der seit über 20 Jahren große Hunde von unseren Nachbarn trennt, geschlüpft und hatte wie ein Hollywoodstar seine Pfotenabdrücke in dem frischen Estrich hinterlassen. Zum Glück waren die Nachbarn sehr nett und verständnisvoll, aber die Terrasse mußte nochmal gemacht werden.

Leider gibt es auch weniger Lustiges von Suse zu berichten, da ihre Freßlust nach wie vor grenzenlos ist. Zweimal hatte sie etwas gefressen, das sie fast umgebracht hätte. Jedesmal mußten wir sofort zum Tierarzt, und sie war tagelang krank. Wenn man pausenlos aufpaßt, läßt sie das Gefuttere sein, aber selbst Vogel- oder Igeldreck sind vor ihr nicht sicher. Ich hoffe, wir bekommen diese „Meise“ auch noch in den Griff und können noch viel mit diesem Untier erleben. Alles in allem komme ich zu dem Schluß :

Willst Du Chaos in deinem Haus, sperr die Suse niemals aus.

In diesem Sinne, Anja Stiller & Co !