Welche Gründe
haben Menschen die Ihre Hunde abgeben müssen?
Viele
von uns kennen diesen Satz: „Ich muß meinen Hund abgeben!“
Wie
oft mußten wir Tierschützer diesen Satz schon hören und werden
ihn auch leider weiterhin hören müssen. Was steckt dahinter,
hinter diesem Verrat an den Hunden oder an anderen Tieren. Es war
doch der Mensch, der unbedingt einen Hund oder eine Katze etc. haben
mußte und jetzt muß dieses Tier weg und zwar möglichst sofort...
Eines
ist merkwürdig, wir, ich nenne uns mal Hundemenschen, müssen n i e
m a l s unsere Hunde abgeben. Wir die wir schon teilweise viele
Hunde hatten, haben und haben werden, für uns ist es undenkbar
einen Hund, den wir nicht zur Pflege sondern für immer übernommen
haben, wieder abzugeben. Wie kommt das nur, wir leben doch auch auf
dieser Welt und haben doch die gleichen Probleme wie alle anderen
Menschen auch?! Auch wir müssen mal die Wohnung wechseln, viele
haben Kleinkinder, haben Streß mit unsren Partnern, trennen uns
auch vielleicht, müssen uns andere Arbeit suchen. Aber das hat doch
nichts damit zu tun, daß wir uns von unseren Hunden trennen würden
Warum
geben Leute ihre Tiere ab?
Der
Hauptgrund ist nach meiner Erfahrungen: Faulheit! Man ist zu faul
seinen Hund zu er-ziehen. Da wird erzählt, daß gerade dieser Hund
nun gar nicht zu erziehen sei. So etwas gibt es nicht!!! Seit 1995
bilde ich Hunde aus, unerziehbare Hunde sind mir nie begegnet, sehr
wohl sind mir aber viele Menschen begegnet, die nicht willens waren
es zu lernen, wie man seinen Hund erzieht.
Es
gibt viele neuere sehr gute Bücher und auch Videos zu diesem Thema
und nicht zuletzt gibt es gerade in Berlin und Umgebung viele
Hundeplätze auf denen man das alles zusammen mit seinem Hund lernen
kann. Es gibt sehr unterschiedliche Methoden auf den einzelnen Übungs-plätzen.
Auf einigen herrscht auch heute leider noch ein Kasernenton. Na und,
dann gehen Sie dort eben nur einmal hin und dann suchen Sie sich
einen anderen Platz.Wählen Sie einen Platz, auf dem mit Hunden in
der Gruppe geübt wird, möglichst auch einen, wo die Hunde außerhalb
der Übungsstunden frei laufen dürfen. Wählen Sie keinen Platz mit
Rassefanatikern oder Leistungsfanatikern. Aber man sollte schon
offen sein für Ratschläge und Tips der Ausbilder, auch wenn es mal
ein wenig strenger ist. Man sollte sich immer die Hunde der
Ausbilder und das Verhältnis zu ihrem Menschen ansehen. Sind sie
freudig bei der Sache, dann vetrauen Sie sich diesem Ausbilder an.
Bitte
meiden Sie Plätze, auf welchen man Ihnen einredet, daß Hunde nur
mit Stachelhals-bändern ausgebildet werden können. Es gibt sehr
wenige Hunde, die derartige Hilfsmittel benötigen!
Auf
Hundeplätzen erhalten Sie auch Anregungen, wie sich Probleme bewältigen
lassen, die nur bei Ihnen Zuhause auftreten, wie z.B. das
Alleinbleiben.
Ein
weiterer wichtiger Punkt ist, daß es Hunden nicht reicht gefüttert,
gassigeführt und gestreichelt zu werden; ein Hund braucht mehr! Er
braucht eine Aufgabe, dann legen sich manche Unarten ganz von
alleine. Ist Ihr Hund richtig ausgepowerd, das heißt haben Kopf und
Körper was zu tun gehabt, ist er schon viel ausgeglichener. Ich höre
schon, an die Zeit hat doch keiner, und was es noch für nette
Ausreden gibt. Auch ich bin berufstätig und habe noch einige andere
Sachen in meinem Leben zu erledigen, aber ich will unbedingt mit
Hunden leben und habe daher die Verpflichtung (!) mir alles dann so
einzurichten, daß ich diesen Hunden gerecht werde!
Ich
habe letztens einen guten Satz gehört: Unsere
Hunde geben uns alles was sie haben, wir geben ihnen nur was bei uns
übrigbleibt, wie z.B. an Zeit.
Das
Ungerechte daran, der Hund wollte nicht unbedingt bei uns leben, ein
Hund nimmt es wie es kommt, hat auch keine andere Wahl, aber wir,
wir wollten unbedingt einen Hund, unbedingt diesen
Hund. Dann haben wir die Verpflichtung dieses Tier bis an sein natürliches
Lebensende gut, das bedeutet seiner Art gemäß, zu betreuen. Dann müssen
wir uns unser Leben so ge-stalten, daß es geht. Danach müssen wir
uns ja keinen Hund mehr anschaffen! Aber jetzt müssen wir da durch,
denn wir wollten unbedingt den Hund haben. Und unter diesen
ge-nannten Gesichtspunkten sollte ein Ersthundebesitzer möglichst
einen älteren Hund wählen, einen der schon seine Pflegeljahre
hinter sich hat und er nicht mehr 15 Jahre lebt,
sondern vielleicht noch fünf Jahre. Da prüfen wir uns
ersteinmal auf unsere Hundetauglichkeit, dann können wir ja sehen,
ob das was für uns ist. Aber Achtung, wenn der nächste Hund dann
jung ist, vielleicht sogar ein Welpe, dann ist Action angesagt, dann
muß planmäßig erzogen und ausgebildet werden, mehr noch als bei
einem älteren Hund. Eine wichtige Anmerkung: Welpen und Junghunde
zerstören Ihre Wohnung! Wer Ihnen das Gegenteil erzählen will, der
hat ent-weder einen nicht normalen jungen Hund gehabt oder die
einzige Ausnahme, die wie immer die Regel bestätigt. Wer also
berufstätig ist, sollte sich immer einen Hund nehmen, der schon über
ca. drei Jahre alt ist, auch einen solchen Hund können Sie noch
formen und erziehen. Wenn Sie diesen nicht erziehen können, können
Sie auch keinen Welpen erziehen, das geht auch nicht so einfach ohne
Wissen.
Das
Alleinsein ist für das Rudeltier Hund unnatürlich, daher lassen
wir unseren Hund generell so wenig wie nur möglich alleine
und geben ihm auch immer zum Ausgleich viel Be-schäftigung,
wenn wir zusammen sind. Für Welpen und Junghunde ist das Alleinsein
eine qual, darum nochmals, Welpen und Junghunde gehören nicht in
die Hände von Berufstätigen! Ihr Hund jault und bellt, wenn er
alleine ist. Das ist anz normal, er ruft sein Rudel. Es kann jedem
Hund abgewöhnt werden. Das bedeutet üben, üben und nochmals üben.
Sie setzen sich leise auf die Treppe und warten bis er anfängt,
dann stürzen Sie wütend in die Wohnung und schimpfen! Danach gehen
Sie wieder raus und so weiter... Kann manchmal Wochen oder auch
Monate dauern bis sich Erfolge zeigen. Wie war das noch? Sie wollten
doch einen Hund! Es gibt dann aber noch die Möglichkeit des
Hundesitters.
Wenn
Sie möchten nennen wir Ihnen gute Bücher, geben Tips, nennen ihnen
Anschriften von Urlaubspflegestellenvermittlungen und Tagespflegeplätzen.
Wir halten auch Listen mit Hundeplätzen und anderen
Erziehungsstellen für Sie parat.
Lassen
Sie sich zeigen wie schön es ist mit Hunden zu leben. Betrügen Sie
sich nicht selbst um dieses Erlebnis, sondern arbeiten Sie
daran....Man kann auch ganz sicher sein, ein Hund käme nie auf den
Gedanken, seinen Menschen abzugeben oder gar auszusetzen. Nur
der Mensch ist die Schwachstelle in der Partnerschaft Mensch - Hund.
Wer
interesse an der Hundearbeit hat, kann sonntags zu unserer Übungsstunde
im Raum Spandau/Schönwalde kommen.
Info´s
unter Tel. 331 56 17
für Fortgeschrittene und 03322/22099 für Anfänger.
Probieren
Sie es...wir beißen nicht!
Sabine Bräuer-Gödecke
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