|
Täglich
nehmen wir verletzte, kranke und herrenlose Hunde auf, pflegen sie
gesund und vermitteln sie an tierliebe Menschen. Ein
Schicksal von vielen: „ LISA“!
Ostersamstag
erhielt Günter den Anruf einer Frau, die gesehen hatte, wie ein
Mann auf der Straße einen schwarzen Welpen getreten, am Nackenfell
hochgenommen und auf den Asphalt geschleudert hatte. Sie war dem
Mann bis zu seiner Haustür nachgelaufen, um die Anschrift
herauszufinden. Der Hund jaulte laut.
Günter
tätigte über 70 Anrufe, um an diesem Wochenende Polizei und
Amtstierärzte zu erreichen und um Hilfe zu bitten. Der einzige zu
verzeichnende Erfolg war, daß die Polizei wohl zweimal zu der
angegebenen Adresse fuhr. Nachdem niemand die Tür öffnete, zog sie
unverrichteter Dinge wieder ab.
Da
der Welpe schwer verletzt schien, wußte niemand, ob er überhaupt
noch lebt. Die Hinweisgeberin recherchierte weiter und konnte uns
Ostermontag benachrichtigen, daß sie einen jungen Mann gefunden hätte,
der den Tierquäler flüchtig kannte.
Günter
traf sich mit ihm und gemeinsam gingen sie zu dieser Wohnung. Nach langen Diskussionen und unter Androhung rechtlicher
Schritte konnte Günter den Hund übernehmen und fuhr sofort zum
Nottierarzt, der ihn untersuchte und röntgte. Es wurde eine
Zerschmetterung des Kugelkopfes im Hüftgelenk festgestellt und
mehrere gebrochene Rippen. Die kleine, völlig abgemagerte Hündin
schrie die ganze Zeit vor Schmerzen.
Am
nächsten Tag wurde sie 2 ½ Stunden lang operiert. Jetzt hatte sie
eine 12 cm lange Narbe am rechten Hinterbein, aber sie hatte die
schwere Operation ohne weitere Komplikationen überstanden. Ob sie
irgendwann wieder normal laufen kann, konnte uns der Tierarzt nicht
garantieren, aber Schmerzen hat sie nun keine mehr.
Das
Ganze ist jetzt vier Monate her. Lisa hat ein neues Zuhause in einer
liebevollen Familie gefunden. Noch heute tritt sie allerdings mit
dem geschundenen Beinchen nicht richtig auf.
Trotzdem
ist sie ein fröhlicher kleiner Hund geworden...
Kerstin
Schurr
|