Trotz aller Hygiene - Flöhe sind noch nicht ausgestorben, auch
nicht in Berlin. Die Abteilung für Schädlingskunde des Berliner
Betriebs für zentrale gesundheitliche Aufgaben stellte am Dienstag in
Halle (Sachsen-Anhalt) Ergebnisse seines Suchens nach Flöhen in Berlin
vor. Demnach wurden insgesamt acht Floharten gefunden, wobei der
Katzenfloh am häufigsten auftrat. In Mitteleuropa sind etwa 70
Floharten bekannt, weltweit gibt es 1500 Arten. Namensbezeichnung wie
Katzenfloh oder Hundefloh würden allerdings in die Irre führen, sagte
Karolin Bauer-Dubau vom Berliner Betrieb für zentrale gesundheitliche
Aufgaben bei der Tagung deutscher Insektenkundler in Halle.
Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) kann ohne weiteres Hunde und
auch den Menschen befallen, ebenso wie der Menschenfloh (Pulex
irritans) nicht nur den Menschen befällt. So seien beim Menschen
bisher 40 verschiedene Floharten nachgewiesen worden. In Berlin trat
der Katzenfloh mit 64 Prozent aller 414 Flohproben am häufigsten auf.
Beim Katzenfloh lag die Ursache des Befalls vor allen Dingen in der
Haltung von Hunden und Katzen in der Wohnung, in vielen Fällen auch in
der Nachbarwohnung. Nach Spaziergängen oder Gartenbesuchen, selbst im
Zentrum von Berlin, könne es zu Belästigungen mit dem Katzenfloh
kommen, was auf ein breites Vorkommen in Gesamtberlin hindeutet. Der
zweithäufigste Floh sei der Vogelfloh (Ceratophyllus gallinae) mit 22
Prozent. Die Flöhe springen von den Vogelnestern auf die Gärtner oder
die Besucher eines Gartens. Auch durch Nester auf dem Balkon oder
durch unter dem Dach nistende Vögel können diese Flöhe in die
Wohnungen gelangen.
Flöhe sind als Überträger der Pest gut bekannt. Sie sind aber noch
für andere Krankheiten verantwortlich, deren Gefährlichkeit nicht
unterschätzt werden sollte, zum Beispiel Gehirnhautentzündung oder
Flecktyphus. Bauer-Dubau warnte in Halle vor einer Vernachlässigung
dieses Hygieneaspektes.
Flohstiche sind unter anderem daran zu erkennen, dass immer mehrere
Einstiche erfolgen. Der Floh untersucht eine größere Hautoberfläche
und sticht dabei mehrfach in die Haut ein, bevor er endlich anfängt,
richtig zu saugen. In einer Familie habe häufig nur eine Person
Flohstiche, obwohl alle anderen Familienmitglieder einen ebenso
intensiven Kontakt mit dem Hauptträger, in der Regel Hund oder Katze,
haben. dpa
Appell des BPT: Vierbeiner vor Infektionskrankheiten schützen
Tierärzte schlagen Alarm: Immer weniger Tierhalter lassen ihre
Vierbeiner gegen gefährliche Infektionskrankheiten impfen. Der
Bundesverband Praktischer Tierärzte (BPT) hat auf seinem
Jahreskongress im Nürnberger Messezentrum vor den Folgen gewarnt:
Seuchen, die nicht nur Omas Lumpi gefährden, sondern ganze
Populationen bedrohen können.
Dr. Karlheinz Simon, Präsident des BPT, beobachtet eine "zunehmende
Impfmüdigkeit". Für diesen Trend macht er einerseits die Kampagnen von
"radikalen Impfgegnern³ verantwortlich, die Veterinären unterstellten,
nur aus Profitgier zu Impfungen zu raten. Und andererseits: "Gerade
weil gefährliche Infektionen nicht mehr tägliche Erfahrung sind,
vergessen viel zu viele Tierhalter, ihre Hunde und Katzen mit
Schutzimpfungen versorgen zu lassen", so der BPT.
5000 Hunde verendet
Was passieren kann, wenn nicht mindestens 70 bis 80 Prozent der
Tiere einer Population ‹ aller Hunde oder Katzen beispielsweise ‹
immun sind, zeigt ein Fall aus Finnland. Über 5000 Hunde seien dort
1995 an Staupe verendet, weil nicht einmal jeder zweite geimpft war,
sagt Prof. Dr. Uwe Truyen von der Uni München. Er appelliert deshalb
an alle Tierbesitzer, ihrer Verantwortung nachzukommen und ihren
tierischen Freund impfen zu lassen. Denn dann sei nicht nur jedes
einzelne Tier geschützt, sondern die ganze Population. Angst vor
Nebenwirkungen müssten die Halter nicht haben. "Die sind
vernachlässigbar."
Bisher liegt es in der Hand jedes Einzelnen, ob er mit seinem Hund
oder seiner Katze zum Tierarzt geht. Denn Vorschriften, wie oft
welches Tier geimpft werden muss, gibt es nicht. "Das ist das
Hauptproblem", sagt Dr. Karin Rebel, Vertreterin der Pharmaindustrie.
Die einzige Ausnahme: Tollwut..
Weil Tollwut auf Menschen übertragbar ist und immer tödlich
verläuft, müssen Hunde und Katzen dagegen geimpft werden. Besteht kein
Impfschutz, kann schon beim Verdacht auf Ansteckung die Tötung des
Tiers angeordnet werden. sto
8.11.2002 0:00 MEZ
Der Genuss von Schokolade kann für Hunde und Katzen tödlich sein.
Daher sollte die Süßigkeit immer an einem für die Tiere nicht
erreichbaren Ort aufbewahrt werden, rät die in Frankfurt erscheinende
Zeitschrift «Lebendige Tierwelt». Vor allem Schokolade mit hohem
Kakaoanteil sei gefährlich, weil dessen Inhaltsstoff Theobromin Hunden
und Katzen schade. Für einen mittelgroßen Hund könne beispielsweise
bereits eine Tafel Bitterschokolade zu viel sein. gms
Wohl ein Wunderheiler? Irgend so was Esoterisches . . . Die
Vorbehalte sind teilweise recht groß, das merkt Christoph Cramer den
Menschen sehr wohl an, die ihr Haustier zum ersten Mal in seine
Praxis in Pankow bringen: Dort werden den Patienten homöopathische
Behandlungsmethoden angeboten. «Aber wenn die Behandlung dann erst
mal schnell und gut gewirkt hat, sind die meisten Leute überzeugt»,
sagt er. Wie bei der Hauskatze, deren Frauchen peinlich berührt den
Tierarzt aufsuchte: Die leicht egozentrische Mieze pinkelte in das
Bett der Dame - seitdem sich dort ihr neuer Freund öfter mal nachts
niederließ.
«Duftsprays und andere teure Mittel aus der Industrie
nutzen nichts», hatten die Besitzer festgestellt. Cramer spritzte
der Katze verschiedene homöopathische Medikamente. Und schon hatten
Frauchen und deren Freund ihre Ruhe im Bett.
Im Übrigen gebe es kaum eine Krankheit - ob akut oder chronisch -
die sich nicht homöopathisch behandeln lasse, ist Cramer überzeugt.
Ausnahmen sind natürlich Knochenbrüche und andere chirurgische
Probleme. Dennoch gibt es bislang gerade mal eine Hand voll von
insgesamt etwa 300 Tierärzten in Berlin, die diese
nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode anbieten, schätzt der Arzt.
«Während meiner Studienzeit war das Thema an der Uni gar nicht
präsent», sagt er. Nur durch Eigeninitiative und Fortbildungen
eignete er sich sein Zusatzwissen an. Jetzt aber steige das
Interesse an homöopathischer Tierbehandlung stetig an, so die
Bundestierärztekammer.
Große Erfolgschancen rechnen sich die insgesamt etwa 320
deutschen homöopathischen Tierärzte bei Krankheitsbildern wie
Rheuma, Hautkrankheiten, Altersbeschwerden und Verhaltensstörungen
sowie bei Magen-Darmproblemen aus. «Der Vorteil der Homöopathie ist
bei der Menschen- wie bei der Tierbehandlung, dass nicht nur die
Symptome behandelt werden, sondern die Ursachen einer Krankheit.
Dadurch erfolgt die Heilung besonders schnell und langfristig», so
Cramer. Für oftmals sensible Haustiere sei zudem die sanfte
Behandlung ohne Nebenwirkungen sehr angenehm. Zur «ganzheitlichen»
Behandlungsmethode gehört neben der Behandlung mit natürlichen
Salben statt Cortison oder ähnlichen Präparaten bei Hautbeschwerden,
mit homöopathischen Tropfen statt Antibiotika oder mit Akupunktur
gegen Rheumabeschwerden, auch eine Beratung in Sachen allgemeine
Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. «Rohfleisch und Innereien
fressende Tiere sollte man zum Beispiel möglichst nicht mit
Büchsenfleisch oder Trockenfutter ernähren», rät Cramer.
In einem gesunden Organismus könnten viele Krankheiten erst gar
nicht entstehen. Bei dem kleinen Terrier mit starken Hautproblemen,
den sein Herrchen kürzlich in Cramers Praxis brachte, war es schon
fast zu spät: «Offene Stellen an Rücken und Kopf, geschwollene
Pfoten und entzündete Augen, die Hautkrankheit war bereits sehr weit
fort geschritten», erinnert sich der Tierarzt. Denn Herrchen hatte
bereits Jahre damit verbracht, von einer Praxis in die nächste zu
fahren, ohne dass irgendein Arzt mit seinen schulmedizinischen
Behandlungsmethoden langfristig Erfolg gehabt hätte. Cramer
behandelte mit pflanzlichen Mitteln und empfahl nach einem
ausführlichen Gespräch über die Lebensumstände des Tieres eine
Ernährungsumstellung. Die Beschwerden klangen ab - und blieben bis
heute aus.
Jeder Tierhalter solle homöopathische Behandlungsmethoden
zumindest einmal ausprobieren, rät Cramer. Übrigens nicht nur beim
Tier, sondern auch bei sich selbst: So sei er selbst überhaupt zur
homöopathischer Medizin gekommen: Während eines Auslandsurlaubs vor
fünf Jahren wurde Cramers damals einjähriger Sohn krank und fiebrig.
«In der Apotheke konnten wir rezeptfrei nur ein homöopathisches
Mittel erhalten. Und das half sofort.»
Verzeichnis Berliner Tierärzte:
www.vet-doktor.de
Homöopathisch behandelnde Tierärzte und -heilpraktiker in Berlin:
Christoph Cramer, Hertzstr. 16, Pankow Tel.: 917 16 17
Karin Bischof, Wüllenweber Weg 3, Lichterfelde, Tel.: 833 40 92
Sabine Chodzinski, Emser Str. 130, Neukölln, Tel.: 626 54 13
Thomas Bahlau, Waldseeweg 13, Reinickendorf, Tel.: 40 53 90 07
Regina Stuckert, Räuschestr. 3, Lichtenberg, Tel.: 432 73 52