last update: 01-02-2010
Neues
aus dem Grunewald (1)
Ein offener Brief
zum Hundeauslaufgebiet im Grunewald
(übermittelt von
Raphael Vogt, mail@raphaelvogt.de,
www.raphaelvogt.de)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe
Redaktionen, liebe Journalisten, liebe Freunde und Kollegen,
seit einigen Monaten beobachte ich mit wachsender Sorge die um das
Hundeauslaufgebiet am Grunewaldsee entstandene Debatte. Ausgelöst
wurde diese zuletzt durch den BZ-Journalisten Gunnar Schupelius und
dem Artikel: "Am Grunewaldsee haben die Hunde den Menschen
verdrängt. Das geht mir zu weit!" (02.09.09). Schon der Titel
alleine macht mich sauer und stutzig. Ich habe weiter gelesen: Mir
gehen die Worte und haltlosen Argumente dieses "Journalisten" auch
zu weit! Dass die BZ gerne reißerische Titel verwendet ist bekannt.
Jedoch erwarte ich von einem Journalisten einer Zeitung, die sich
selbst "Berlins größte Zeitung" nennt ein wenig mehr Objektivität
und Verantwortungsbewusstsein. Verantwortungsbewusstsein, gegenüber
einem so alteingesessenen, einzigartigen und großartigen Gebietes.
Dieser und die nachfolgenden Schupelius Artikel zu diesem Thema
haben für viel Unmut bei den Besuchern des Grunewalds gesorgt. Bei
Jenen, die mit Ihrem Vierbeiner dort unterwegs sind, aber auch
Jenen, die dieses Gebiet schon lange besuchen und sich mit den dort
anwesenden Hunden pudelwohl fühlen.
Ich selbst bin Schauspieler, 33 Jahre alt, im Grunewald aufgewachsen
und seither, mit und ohne Hund, regelmäßiger Spaziergänger im
Hundeauslaufgebiet um den Grunewaldsee. Deswegen fühle ich mich auch
persönlich angesprochen. Seit sechs Jahren gehe ich noch
regelmäßiger als die Jahre zuvor, also bis zu fünf mal in der Woche,
mit meiner Labradorhündin dort spazieren. Kenne also sowohl die
regelmäßigen Besucher des Gebietes sehr gut, als auch die
gelegentlichen Reibungen zwischen den Spaziergängern untereinander,
den angehörigen Tieren, den Joggern und Fahrradfahrern.
Zunächst möchte ich betonen, dass ich persönlich weder beobachten
konnte, dass die Menschen vom Grunewaldsee verscheucht wurden, noch,
dass das Wasser stinkt. Auch konnte ich nicht beobachten, dass kein
Mensch mehr dort baden geht. Das entspricht schlichtweg nicht der
Realität. Ich kenne persönlich einige, die sich gerne im
Grunewaldsee abkühlen. Stinken tun die Badegäste danach auch nicht.
Und da der Grunewald mit seinen 3000 Hektar Waldgebiet darüber
hinaus mit zwei Badeseen aufwartet, der Krumme Lanke und dem
Schlachtensee, deren Wasserqualität nicht nur hervorragend, sondern
ausgezeichnet ist, dürften dem passionierten Badegast sein
Schwimmvergnügen garantiert sein.
Von der Ausgewogenheit der Besucher am Grunewaldsee kann sich jeder
selbst ein Bild machen, wenn er an einem Sonntag, wie heute, den
25.10.09 einen Gang um den See unternimmt. Es sind sowohl
Spaziergänger, als auch Hundebesitzer und Radfahrer allen
Altersstufen unterwegs. Friedlich. Ist es nicht toll, dass es ein
bald einzigartiges großes Hundeauslaufgebiet mit Hundebadestelle in
Deutschlands Hauptstadt gibt? Dieses Gebiet ermöglicht Hundehaltern,
eine artgerechte Haltung der Tiere, die vor allem eins brauchen:
Auslauf. Es ist ein sozialer Treffpunkt für Mensch und Tier, jeden
Alters. Ich möchte hier betonen, dass es ein sozialer Treffpunkt in
der Natur zwischen Menschen untereinander und Ihren Tieren ist. In
Harmonie, so meine Erkenntnis der letzten Jahre. Die Debatte
um das kleine Auslaufgebiet rund um den Grunewaldsee ist nicht neu.
Auch wir Hundehalter sind darum bemüht, mit den Gästen des
Jagdschlösschens, der Restaurants und den Spaziergängern in guter
Gemeinschaft zu kooperieren. Es ist uns ganz besonders wichtig, dass
Auslaufgebiet zu erhalten, weshalb es unsere Pflicht und unser
höchstes Ansinnen ist, nach Lösungen zu suchen. Dennoch möchte ich
es nicht versäumen, auf die angespannte Lage durch die neue Debatte
hinzuweisen. Ob der hetzerischen Zeilen in der jüngsten
Vergangenheit, begegnen uns Hundehalter einige Besucher des
Grunewaldsees mit einer Aggression, die es vorher nicht gab.
Schupelius pocht für Frieden im Wald, bewirkt aber mit seinen
Kampagnen das Gegenteil. So wurde eine Frau mit Hund kürzlich von
einem anderen Spaziergänger mit einem Messer bedroht, weil ihr Hund
ihm vor die Füße gelaufen ist. Die Polizei wurde gerufen, der
Spaziergänger war weg. Des Weiteren hängen derzeit Hinweise aus, die
vor Giftködern warnen, die in dem Gebiet ausgelegt sein sollen.
Jetzt soll das unschuldige Tier für was genau mit dem Leben büßen?
Auch Fahrradfahrer meinen vereinzelnd das Recht zu haben mit 35 KM/H
durch ein Gebiet fahren zu können, das zum einen als
Hundeauslaufgebiet gekennzeichnet ist, aber auch,
selbstverständlich, Familien mit kleinen Kindern offen steht. Die
Fahrradfahrer pöbeln dann gerne, man müsse Ihnen doch freien Weg
schaffen. Dabei stellen Sie in diesem Moment die Gefahr für Mensch
und Tier dar, nicht umgekehrt. Muss das schnell fahren unbedingt im
Hundeauslaufgebiet des Grunewalds stattfinden? Manche, wenige,
Jogger meinen sie könnten Hunde einfach aus dem Weg treten, weil der
Wald dem Menschen gehöre.
Diese Übergriffe entstanden erst durch die Hetzkampagnen. So
beispielsweise auch einer der jüngsten Artikel vom 21.10.09. Er
bezieht sich auf eine Attacke eines Hundes auf die Vize-Chefin der
Berliner CDU. So etwas ist nicht schön und tut mir leid, wenn auch
nicht wirklich von einer "Attacke" die Rede sein kann. Es handelt
sich aber um einen unschönen und nicht alltäglichen Vorfall. Warum
sonst sollte die Politikerin dort so oft joggen gehen? Und hat es
auch weiterhin vor? Mir kommt es eher so vor, als wollte Schupelius
wieder bekanntermaßen hetzen, die geschätzte Politikerin jedoch eher
schlichten. Wenn man sich ernsthaft umhört, finden in dem Gebiet
sicher mehr vorsätzlich und reflektierte Attacken (Tritte, geworfene
Schlüssel, die Messerdrohung - siehe oben, Rücksichtslosigkeit der
Fahrradfahrer) seitens der Menschen gegen die Tiere statt, als
umgekehrt.
Mir liegt es fern, eine ebenso aggressive Gegenkampagne ins Leben
rufen zu wollen. Hetzen ist in dieser Sache unangebracht. Aber
verteidigen möchte ich dieses einzigartige Hundeauslaufgebiet und
konkrete Anregungen in die Debatte einbringen.
* Das Aufstellen von speziellen Hundekotmülleimern an den
Ein- und Ausgängen des Hundeauslaufgebietes wäre sinnvoll. Die Firma
"Wall" hat einige Exemplare in Berlin aufgestellt und sie wurden von
allen Anwohnern sehr begrüßt. Diese Mülleimer sind
"Wildschweinresistent" und ungeeignet zum Entsorgen des menschlichen
Unrates. Die Fragen, die sich hier stellen: Wer setzt sich dafür
ein, wer hat die entsprechenden Kompetenzen einen solchen Beschluss
zu bewirken? Wer trägt die Kosten für die Müllbehältnisse und die
Leerung dieser? Angeregt wird die Aufstellung der Wall Behältnisse
an den Ein- und Ausgängen des Hundeauslaufgebietes in
Berlin-Grunewald übrigens von Thomas Böhm, Chefredakteur des Online
Portals unter www.tausend-toelen.de. Eine sehr gute Idee.
* Benimmregeln zum Wohle aller sind selbstverständlich eine
gute Sache. Der Berliner Forst hat schon angekündigt diese im
bezogenen Gebiet aufstellen und beschildern zu wollen. So sollten
beispielshalber Hundehalter sich und Ihre Hunde im Griff haben, wenn
diese das Gebiet betreten. Nur so kann ein friedliches Miteinander
weiterhin gewährt werden. Völlig einverstanden.
* Hundehalter sollten darauf achten, dass Ihre Hunde nicht
in die abgezäunten Bereiche laufen. Das Naturschutzgebiet liegt
selbstverständlich auch uns am Herzen und muss beachtet werden. Eine
Zusammenarbeit mit dem Forst ist auf jeden Fall der richtige Weg.
Laut Senat ist es das älteste Auslaufgebiet Europas. Circa vierzig
Jahre alt ist es. Und auch der Senat ist nicht gewillt dieses Gebiet
für Hunde zu schließen. Was treibt Herr Schupelius hier? Wozu das
Ganze? Das wahre Motiv des Herrn stelle ich hier mit Nachdruck in
Frage! Der Journalist droht mit der Errichtung eines Sperrgebietes.
Er sagt, das Hundeauslaufgebiet muss abgeschafft werden und das
Baden für Hunde verboten. Wer gibt ihm die Macht, damit zu drohen
und solche Forderungen zu stellen? Sollte das nicht den Politikern
obliegen? Herr Fischer, regelmäßiger Besucher des Gebietes, hat dazu
bestimmt eine Meinung. Ihn würde ich gerne befragen. Auch der
Berliner Senat hat eine klare Meinung zum Thema. Er will das Gebiet
erhalten. Anstatt zu hetzen, sollte man lieber überlegen was
verbesserungstauglich ist. Ich finde diese Art von Journalismus
einfach nur schwach und beschämend für seine Kollegen.
Schupelius plädiert dafür das Hundeauslaufgebiet soll eingeschränkt
werden. Ich plädiere dagegen. Warum setzt er seine Energie nicht
positiv ein und versucht Verbesserungsvorschläge anzubringen,
anstatt Hetzkampagnen zu starten?
Am Ende sei gesagt, dass das Hundeauslaufgebiet in Berlin-Grunewald
absolut besonders ist. Und dass es sich doch schon alleine aufgrund
der Einzigartigkeit lohnt, dieses erhalten zu wollen. Es müssen
keine Probleme künstlich herbeigeschafft werden, wo es keine gibt.
Wenn es Dinge gibt, die man verbessern kann, lässt sich das doch
konstruktiv und nicht hetzerisch angehen. Es geht um den Erhalt
eines alteingesessenen Gebietes, das vielen Berlinern ein
harmonisches Beisammen bietet, mit und ohne Hund. Prädikatwertvoll!
Mein Anliegen ist es nicht, mich hiermit zu profilieren. Das liegt
mir fern. Ich würde mich freuen, wenn sie sich ein eigenes Bild der
Lage machen und mir und allen Besuchern des Gebietes helfen würden,
ein objektives Bild der "Situation" darzustellen. Wenn überhaupt von
einer "Situation" die Rede sein kann.
Da Herr Schupelius sein Blatt, also die Medien, für sich nutzt,
wende ich mich im Sinne fast aller die dort täglich unterwegs sind,
bewusst an Sie. Mit einer Veröffentlichung als Leserbrief einer
fremden Zeitung wäre ich natürlich trotzdem einverstanden. Auch
redigiert.
Ich wäre mit allem einverstanden, das der Sache hilft und würde mich
sehr über Ihr Einschreiten und ihr journalistisches Engagement
freuen.
In der Hoffnung ein positives Feedback von Ihnen zu erhalten
verbleibe ich mit besten Grüßen ... Raphael Vogt
Neues
aus dem Grunewald (2)
Neues von Julie und dem
Hundeauslaufgebiet im Grunewald
(übermittelt von Frau
Wilkesmann)
Ich habe im Grunewald einen Aushang gefunden, dass
dort Giftköder ausgelegt wurden!!! Also Vorsicht dort! Am 20.10. ist
dort die Hündin der Zettelschreiber daran verstorben. Im Moment ist
gab es einige Vorkommnisse: Eine Frau ist gebissen worden von
einem großen Wolfshund??? Genaues weiß ich nicht, ich komme kaum zum
Nachrichten schauen.
Julie ist leider auch an dem besagten Tag angegriffen worden von
drei größeren Hunden mit unsozialem Verhalten. Sie wich ihnen aus,
als diese auf sie zuliefen und kreischte etwas, um sich zu ergeben
(das Trauma hatte sie mitgebracht aus Polen, sie muss dort gebissen
worden sein, denn es fehlt ihr ja eine Kralle und halber kleiner
Ballen vorne, laut Tierarzt eine alte Verletzung). Besonders zwei
der Hunde sahen sie als Beute an und wollten sie mit Genickbissen
zur Strecke bringen. Sie knallte noch an den Zaun Nähe Jagdschloss,
mein Freund war sogleich dazwischen und wehrte die Hunde ab. Ich bin
dann auch blitzschnell dazwischen und "deckte" sie ab. Die drei
Frauen taten nichts und wurden rotzfrech, es wäre alles normal und
nichts passiert. Sie kümmerten sich einen Dreck um uns, und wir sind
so rasch wie möglich weiter. Julie lief ziemlich unbekümmert zum See
und schien okay, doch später sah ich, dass das Auge anfing zu
bluten. Ich bin so rasch wie möglich zum Tierarzt Dr. König und
durfte in der Mittagspause dort reinrauschen; die Ärztin hat uns
sogleich zu Dr. Allgöwer (Fachtierärztin für Augenheilkunde) bei mir
um drei Ecken überwiesen, wo wir sogleich hinsausten und auch
ziemlich rasch drankamen. Sie machte eine gründliche
Augenuntersuchung, Montag waren wir zur Kontrolle nochmal dort. Eine
schlimme Prellung des Augapfels mit Einblutung und kleinere
Abschürfungen außen. Es heilte alles sehr gut ab und jetzt sieht man
fast nichts mehr.
Julie hat großes Glück gehabt, es ist alles wieder gut und außer
meinem großen Loch im Portemonnaie hat sie keinen weiteren Schaden
davongetragen.
Neues
vom Grunewaldsee
Försterei sperrt Strand am Grunewaldsee
(aus: Berliner Morgenpost, 21. Juli 2009, Autor: Katrin Lange)
Erst am Griebnitzsee, dann am Groß Glienicker See und nun auch am Berliner
Grunewaldsee: Immer neue Uferbereiche werden gesperrt. Die Försterei
hat einen 100 Meter langen Zaun gezogen, um vor allem Hunde
fernzuhalten. Denn die sollen den Uferweg zerstören. Hundehalter
protestieren.
Hunde sollen draußen blieben:
Försterei sperrt Uferweg. Die Berliner Forsten haben einen etwa
hundert Meter langen Zaun entlang des nördlichen Seeufers gezogen –
zum Entsetzen vieler Hundehalter und Spaziergänger, die an dieser
Stelle nun nicht mehr ans Wasser können. Besonders die Besitzer von
Hunden fühlen sich zurückgedrängt auf ein immer kleiner werdendes
Terrain. Ihre Angst ist begründet: Erst 2003 sollte das
Auslaufgebiet verlegt und verkleinert werden. Das Vorhaben wurde
aufgrund vieler Protestaktionen abgeschmettert. Dennoch: „Gerade
hier am Grunewaldsee wird das Auslaufgebiet immer mehr durch Zäune
beschnitten“, beschwert sich Guido Zörner, Vorsitzender des Vereins
„Hunde in Berlin“. Und eine 41-jährige Hundehalterin klagt über die
nun fehlende Wasserstelle. „Wenn es sehr heiß ist, brauchen die
Hunde regelmäßig Wasser“, sagt die Zehlendorferin. Der gesperrte
Uferstreifen hätte genau zwischen dem Hundebadestrand und dem
FKK-Strand gelegen. „Manchen Tieren wird es mit Sicherheit schwer
fallen, jetzt bis zur nächsten Wasserstelle zu gelangen“, sagt die
Frau.
Ein Zettel an einer Informationstafel am See klärt die
Hundehalter über die Sperrung auf. „Dieser Uferabschnitt des
Grundwaldsees muss durch einen Zaun vor Hundepfoten geschützt
werden, damit sich die Natur wieder erholen kann und der angrenzende
Wanderweg nicht zerstört wird“, heißt es in dem Schreiben des
Forstamtes Grunewald. „Es besteht die akute Gefahr, dass der Weg
abrutscht“, erläutert Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten.
Die Hunde würden mit ihren Pfoten den Sand ab- und in das Wasser
hineintragen. Der Zaun solle nun verhindern, dass sich die Erosion
fortsetze. „Wir müssen die Erholungsstruktur für alle Berliner
sichern“, sagt Franusch.
Die Hundefreunde sehen das anders. Nicht
der Sand an den Pfoten sei Schuld für den Zustand des Weges, sagt
Guido Zörner. Vielmehr spüle das Regenwasser die Wege aus und greife
die Palisaden an. Zörner zeigt die Holzbohlen, die den Weg an dem
nun abgesperrten Strand stützen sollten. Sie sind morsch und liegen
frei. „Das waren keine Hunde“, sagt der Vereinschef. Seiner Meinung
nach hätten die Holzpfeiler, die das Abrutschen des Weges verhindern
sollten, längst erneuert werden müssen. Auch ein paar Lkw-Ladungen
Sand zum Aufschütten hätten das Problem gelöst – wenn auch nur für
eine begrenzte Zeit.
Für den Verein „Hunde in Berlin“ liegt die
Ursache der Probleme am Grunewaldsee noch ganz woanders: Es sei ein
Beleg dafür, dass es zu wenige Auslaufgebiete in Berlin gebe, sagt
Zörner. Aus der ganzen Stadt reisten die Hundehalter an, sogar aus
dem Land Brandenburg. Dadurch konzentriere sich alles rund um den
Grunewaldsee, für den es auch kein naturverträgliches
Nutzungskonzept gebe. Es gibt Stellen im Grunewald, da begegnet der
Spaziergänger kaum einen Hund – an anderen Stellen kommt er vor
lauter Hunden kaum vorwärts. Das sei ein Zeichen für ein falsches
Nutzungskonzept, sagt der Vereinschef. Die Besucherströme müssten
besser über beschilderte Rad- und Wanderwege gelenkt werden, es
fehlten Bänke, Papierkörbe und Attraktionen wie Trimm-dich-Pfade
rund um den Grunewaldsee. Alle Beteiligten müssten ein vernünftiges
Konzept erarbeiten, statt das Auslaufgebiet durch immer mehr Zäune
zu verdichten, so Guido Zörner. Die Sperrung des Uferstreifens ist
keine vorübergehende Angelegenheit. Es werde einige Jahre dauern,
bis sich die Natur erholt habe, sagt Forstsprecher Marc Franusch. Die Forstverwaltung suche aber noch nach einer anderen Lösung. „Wir
werden die Situation überprüfen und die technischen Möglichkeiten
ausloten, um den Weg zu stabilisieren“, versichert Marc Franusch.
Zwölf Hundeauslaufgebiete mit einer Fläche von insgesamt 1250 Hektar
listet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf. Der
Grunewaldsee umfasst allein 800 Hektar. Fast alle Auslaufgebiete
liegen im Westteil der Stadt. Deshalb macht sich jetzt eine
Bürgerinitiative für ein Hundeauslaufgebiet in Treptow-Köpenick
stark. 2100 Stimmen braucht die Initiative, um einen entsprechenden
Antrag in der Bezirksverordneten-Versammlung stellen zu können, über
den die Fraktionen dann abstimmen. 800 Stimmen sind in den
vergangenen zwei Monaten zusammengekommen. Die Initiatoren rechnen
damit, den Antrag im Herbst einbringen zu können. „Ein weiteres
gleichartiges Auslaufgebiet im Südosten der Stadt entlastet massiv
den Grunewald“, sagt Guido Zörner.
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